Der Charakter dieses Dokuments entspricht den Notwendigkeiten, wie sie die Vollkommenheit der Russisch-Orthodoxen Kirche im Laufe eines langen historischen Zeitraums auf dem kanonischen Territorium des Moskauer Patriarchats sowie über dessen Grenzen hinaus erfahren hat. Vor diesem Hintergrund besteht sein Hauptgegenstand zum einen in den fundamentalen theologischen sowie kirchlich-sozialen Fragen, zum anderen in denjenigen Aspekten des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens, die für die gesamte kirchliche Vollkommenheit am Ende des 20. Jahrhunderts wie auch in nächster Zukunft gleichermaßen aktuell sind.
I. Theologische Grundpositionen
II. Kirche und Nation
III. Kirche und Staat
IV. Christliche Ethik und weltliches Recht
V. Kirche und Politik
VI. Die Arbeit und ihre Früchte
VII. Eigentum
VIII. Krieg und Frieden
IX. Verbrechen, Sühne, Wiedergutmachung
X. Fragen der persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Sittlichkeit
XI. Die Gesundheit der Person und des Volkes
XII. Fragen der Bioethik
XIII. Die Kirche und Fragen der Ökologie
XIV. Weltliche Wissenschaft, Kultur und Bildung
XV. Die Kirche und die weltlichen Massenmedien
XVI. Internationale Beziehungen.
Probleme der Globalisierung und des Säkularismus
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Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche sollen als Leitfaden den synodalen Einrichtungen, den Diözesen, Klöstern, Kirchengemeinden und weiteren kanonischen kirchlichen Einrichtungen für ihre Beziehungen zur Staatsmacht, zu den verschiedenen weltlichen Vereinigungen und Organisationen wie auch den nichtkirchlichen Massenmedien dienen. Auf der Basis des vorliegenden Dokuments sollen die kirchlichen Autoritäten Positionen zu verschiedenen Sachbereichen formulieren, deren Bedeutung sich auf einzelne Staaten oder kurzfristige Zeitspannen beschränkt oder die einen Gegenstand betreffen, der von besonderen Umständen geprägt ist. Das Dokument wird ein obligater Bestandteil des Unterrichts an den theologischen Schulen des Moskauer Patriarchats. Sofern künftige Veränderungen im staatlichen und gesellschaftlichen Leben sowie neue Probleme, die für die Kirche relevant sind, es erforderlich machen, werden die Grundlagen der Sozialdoktrin der Kirche einem Prozeß der Weiterentwicklung sowie der Vervollkommnung unterworfen. Die Ergebnisse dieses Prozesses sollen durch den Heiligen Synod, die Landes- oder Bischofskonzilien bestätigt werden.
Übersetzung: Christiana Christova
Redaktion: Petra Uertz
Der Text ist entnommen der Edition: Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche. Deutsche Übersetzung mit Einführung und Kommentar, hg. von Josef Thesing / Rudolf Uertz , Sankt Augustin 2001, S. 9–131, ISBN 3-933714-41-9. © Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., D-53757 Sankt Augustin, Rathausallee 12